Rechner
Mieten oder kaufen?
Jeder andere Rechner beantwortet die halbe Frage, nämlich was günstiger ist. Dieser beantwortet sie und die Hälfte, die eine Bank niemals auslassen würde: Ist ein Eigenheim eine Position, die du sicher halten kannst? Mit Grunderwerbsteuer nach Bundesland, Kaufnebenkosten und dem Risiko nach Ablauf der Zinsbindung.
Beide Hälften der Entscheidung
Werte Stand Juli 2026Deine Situation
Grunderwerbsteuer ist Landesrecht: 3,5 % (Bayern) bis 6,5 %. Auf 500.000 € sind das 15.000 € Unterschied.
Banken erwarten üblicherweise 20 % plus die Kaufnebenkosten aus eigener Tasche.
Nach Ablauf kommt die Anschlussfinanzierung, zu Konditionen, die heute niemand kennt.
Die Annahmen — alles in heutigem Geld (real)
Eurostat-Preisindex: stark schwankend, kein stabiler Langfristwert. 2013 lag er bei −2,6 %, 2022 bei +9,8 %.
Weltaktien 1900–2024: 5,2 % p. a. real (UBS / Dimson-Marsh-Staunton).
EZB-Ziel: 2 %.
Peterssche Formel bzw. Faustregeln: Neubau eher 0,8–1 %, Altbau deutlich mehr.
In Deutschland gering: im Schnitt rund 480 € im Jahr fürs Einfamilienhaus. Hebesatz je Gemeinde.
Beim Verkauf trägt der Verkäufer üblicherweise seinen Maklerteil.
Das deutsche Sonderproblem
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Das Geld — lohnt es sich?
Verglichen wird nur, was auf beiden Seiten nicht zurückkommt. Miete ist vollständig weg. Bei der Rate ist es der Zinsanteil, die Grundsteuer, die Instandhaltung und die Kaufnebenkosten. Die Tilgung dagegen ist Sparen.
Mieten kostet wirklich / Jahr
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Kaufen kostet wirklich / Jahr
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Die Position — passt sie zu deinem Leben?
Die Hälfte, die kein anderer Rechner zeigt. Ein Eigenheim ist die am stärksten gehebelte, am schwersten verkäufliche und am stärksten konzentrierte Position, die die meisten Menschen je halten. Das hier ist ein Warnsystem, keine Punktetabelle. Ein einziges hartes Rot wiegt schwerer als die schönste Tabelle.
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Gleiche Zahl, anderes Vermögen
Ein Euro im Depot ist nicht dasselbe wie ein Euro, der in dem Haus steckt, in dem du wohnst. Was das Vermögen am Ende jeweils wirklich für dich tun kann:
Hättest du gemietet und angelegt
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Hättest du gekauft
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Das Haus zahlt dir durchaus etwas: die Miete, die du nicht mehr überweist. Das ist seine echte Rendite, und sie steckt oben in der Rechnung. Aber sie kommt als Dach über dem Kopf, nicht als Geld, das du ausgeben kannst. Herankommen tust du nur über Verkaufen, Verkleinern oder Beleihen — also umziehen, oder neue Schulden mit Zinsen. Kein Vergleich zum Verkauf von ein paar Fondsanteilen.
Kurz aufgeräumt: die 10-Jahres-Frist
Viele glauben, sie müssten das Eigenheim zehn Jahre halten, sonst werde der Gewinn besteuert. Für die selbst genutzte Immobilie stimmt das so nicht: § 23 EStG nimmt sie aus, wenn sie im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde. Die Spekulationsfrist trifft vermietete Objekte, nicht das Haus, in dem du selbst wohnst.
Was dich trotzdem zum Bleiben zwingt, sind nicht die Steuern, sondern die Kaufnebenkosten: die musst du erst wieder hereinholen. Genau das rechnet die Haltedauer-Leuchte oben aus. Keine steuerliche Beratung; im Einzelfall bitte prüfen lassen.
Quellen — alle Werte abgerufen im Juli 2026
Grunderwerbsteuer: Landesrecht auf Basis Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG); 3,5 % nur noch in Bayern, 6,5 % in Brandenburg, NRW, Schleswig-Holstein und im Saarland. · Notar & Grundbuch: rund 1,5–2 % nach GNotKG, bundeseinheitlich und nicht verhandelbar. · Maklerprovision: seit Dezember 2020 geteilt (§§ 656a ff. BGB), für Käufer üblich rund 3,57 % inkl. MwSt. · Grundsteuer: Hebesatz je Gemeinde; Durchschnitt rund 480 € im Jahr fürs Einfamilienhaus (Haus & Grund / IW Consult). · Instandhaltung: Peterssche Formel und übliche Faustregeln — eine Konvention, keine amtliche Statistik. · Wertsteigerung: Eurostat-Hauspreisindex, Euroraum. · Rendite: UBS Global Investment Returns Yearbook 2025 — Weltaktien 5,2 % p. a. real, 1900–2024 (Dimson, Marsh, Staunton). · Bauzinsen: EZB-Zinsstatistik, Wohnungsbaukredite mit Zinsbindung über zehn Jahre, Juni 2026. · Inflationsziel: EZB — 2 % mittelfristig. · Spekulationsfrist: § 23 EStG. · Entnahmerate: 4-%-Regel nach Bengen (1994) und der Trinity-Studie — eine Planungsgröße für 30 Jahre aus US-Daten, keine Zusage auf lebenslanges Einkommen.
Modellrechnung in heutigem Geld (real), bewusst vereinfacht — keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung und keine Renditezusage. Steuersätze und Nebenkosten ändern sich und hängen vom Einzelfall ab; bitte für deine Situation prüfen lassen. Angenommen wird ein Annuitätendarlehen über 30 Jahre; unterstellt ist, dass der Mieter Eigenkapital und jede monatliche Ersparnis tatsächlich anlegt.
Du beantwortest die falsche Hälfte
Der Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte Geldentscheidung ihres Lebens, und die wenigsten schauen sich mehr als die Hälfte davon an. Wer 20 Prozent Eigenkapital einbringt und den Rest finanziert, kontrolliert einen Vermögenswert im Fünffachen des eigenen Geldes. Auf einem Handelsparkett hieße das schlicht Hebel. Es ist die am stärksten gehebelte Position, die die meisten je eingehen. Sie nennen es nur sesshaft werden.
Das heißt nicht, dass Kaufen ein Fehler ist. Es heißt, dass die Geldfrage, lohnt sich Kaufen oder Mieten?, nur der erste Teil ist. Der zweite, den eine Bank zuerst prüfen würde, lautet: Ist das die richtige Art von Position für mein Leben, gerade jetzt? Hebel, Liquidität, Klumpenrisiko, Haltedauer, und in Deutschland zusätzlich das Ende der Zinsbindung.
Warum Deutschland anders rechnet
Drei Dinge machen die deutsche Rechnung eigen. Erstens die Kaufnebenkosten: Mit Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und meist Makler sind je nach Bundesland 8 bis 13 Prozent des Kaufpreises weg, bevor der Schlüssel übergeben wird. Man startet nicht bei null, sondern tief im Minus — und muss sich erst wieder hocharbeiten.
Zweitens die Zinsbindung. In Deutschland wird der Zins nicht über die gesamte Laufzeit festgeschrieben, sondern für 10, 15 oder 20 Jahre. Danach kommt die Anschlussfinanzierung zu Konditionen, die heute niemand kennt. Wer 2010 günstig finanziert hat, weiß, wie sich das 2022 angefühlt hat. Ein Risiko, das im amerikanischen Modell schlicht nicht existiert.
Drittens die Ausgangslage. Deutschland hat mit rund 47 Prozent die niedrigste Wohneigentumsquote der EU. Der Schnitt liegt bei etwa 68 Prozent. Mieten ist hier normal, nicht das Eingeständnis einer Niederlage. Wer mietet, muss sich nicht rechtfertigen; er muss nur die Differenz tatsächlich anlegen.
Warum „wer hat mehr" nicht die ganze Wahrheit ist
Selbst wenn Kaufen auf dem Papier gewinnt, ist das Vermögen, das dabei entsteht, von anderer Art. Ein Depot ist liquide. Du kannst entnehmen, ausgeben, und es ist über den ganzen Markt gestreut. Das Eigenkapital im Haus steckt in genau dem einen Objekt, in dem du wohnst: Du kommst nur heran, indem du verkaufst, verkleinerst oder neue Schulden aufnimmst. Das Haus zahlt dir trotzdem etwas — die Miete, die du nicht mehr überweist. Aber diese Rendite kommt als Dach über dem Kopf, nicht als verfügbares Geld. Beides ist echt. Dasselbe ist es nicht.
Das ehrliche Fazit
Wer die Zahlen und die Warnleuchten durchgegangen ist, hat diese Frage bereits gründlicher beantwortet als die meisten. Bleibt das, was keine Tabelle erfasst, und das gilt für beide Seiten.
Ein eigenes Haus ist deins zu gestalten. Du kannst eine Wand herausreißen, die Küche tauschen, streichen, was du willst, einen Hund halten, die Körpergröße der Kinder an den Türrahmen malen, und niemand kann dir kündigen, weil Eigenbedarf angemeldet wird. Diese Sicherheit ist real, und für viele Menschen ist genau sie der eigentliche Grund. Sie darf auf die Waage.
Dieselben Wände machen es aber auch unbeweglich und gebunden. Sie halten dich an einem Ort und an einem Arbeitsmarkt fest, sie lassen sich nicht an einem Vormittag verkaufen, und das Vermögen darin ist die eine Sorte, die du nicht ausgeben kannst, ohne das Dach aufzugeben. Ein Depot ist nüchterner. In einem Indexfonds kann man nicht wohnen. Aber es ist liquide, gestreut, und es finanziert ein Leben, das du dir aussuchen darfst.
Wichtig ist nur, dass es eine klare Entscheidung wird — „Ich weiß, was mich das kostet, und ich will es trotzdem" — und keine Begründung, die man sich hinterher zurechtlegt.
Und egal wohin du tendierst: Das Eigenkapital darf nicht aus dem Notgroschen kommen. Das Haus steht auf einer soliden Basis. Es ersetzt sie nicht.
Weiterlesen
Die Bausteine rund um diese Entscheidung
Ein Haus steht nicht für sich. Es ruht auf einem Puffer, konkurriert mit dem, was aus dem Eigenkapital werden könnte, und setzt stillschweigend voraus, dass du die Nerven behältst. Die weiterführenden Inhalte sind auf Englisch.
Was aus dem Eigenkapital werden könnte
Zinseszins-Rechner: was aus der Summe wird, wenn du sie stattdessen anlegst. (englisch)
LesenWie groß der Notgroschen sein muss
Fixkosten mal Fragilität: die Basis, aus der das Eigenkapital gerade nicht kommen darf. (englisch)
LesenImmobilien ohne den Hebel
Exposure ohne Illiquidität und Klumpenrisiko eines einzelnen Hauses — was REITs lösen und was nicht. (englisch)
Fragen, die wirklich gestellt werden
Ist Miete wirklich rausgeworfenes Geld?
Nein. Für die Miete bekommst du eine Wohnung, ohne Instandhaltung, ohne Grundsteuer, ohne Kaufnebenkosten — und mit der Freiheit, jederzeit zu gehen. Umgekehrt ist die Kreditrate keineswegs komplett Vermögensaufbau: Zinsen, Grundsteuer, Instandhaltung, Versicherung und die Kaufnebenkosten siehst du nie wieder. Nur der Tilgungsanteil ist echtes Sparen. Ehrlich vergleichen heißt deshalb: nur die nicht rückholbaren Kosten auf beiden Seiten gegenüberstellen — nicht Miete gegen die ganze Rate.
Ab wann lohnt sich Kaufen statt Mieten?
Ab dem Punkt, an dem die Kaufnebenkosten wieder hereingeholt sind — und die sind in Deutschland der eigentliche Bremsklotz. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und meist noch Makler summieren sich je nach Bundesland auf rund 8 bis 13 Prozent des Kaufpreises. Dieses Geld ist ausgegeben, bevor du einziehst. Wie viele Jahre du brauchst, um das aufzuholen, hängt an Kaufpreis, Miete, Zins und Wertentwicklung. Der Rechner auf dieser Seite ermittelt genau dieses Break-even-Jahr für deine Zahlen.
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Deutschland?
Drei Blöcke. Die Grunderwerbsteuer ist Landesrecht und reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland. Notar und Grundbuch kommen mit rund 1,5 bis 2 Prozent hinzu, bundeseinheitlich nach GNotKG und nicht verhandelbar. Dazu kommt häufig der Makler, seit Dezember 2020 geteilt, für Käufer üblich rund 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. In Summe also grob 8 bis 13 Prozent — bei 500.000 Euro sind das 40.000 bis 65.000 Euro.
Was passiert nach dem Ende der Zinsbindung?
Das ist das Risiko, an das in der Kaufeuphorie kaum jemand denkt. Anders als in den USA gibt es hierzulande keinen über die volle Laufzeit festgeschriebenen Zins: Nach 10, 15 oder 20 Jahren endet die Sollzinsbindung, und die verbleibende Restschuld muss zu den dann geltenden Konditionen neu finanziert werden. Bei einer kurzen Bindung ist diese Restschuld noch hoch, und ein deutlich höherer Zins trifft dich mit voller Wucht. Wer das ausschließen will, wählt eine lange Bindung oder ein Volltilgerdarlehen — beides kostet Zinsaufschlag. Der Rechner zeigt dir, wie viel bei dir am Ende der Bindung offen wäre.
Wie viel Eigenkapital sollte ich mitbringen?
Üblich ist die Erwartung, mindestens die Kaufnebenkosten vollständig aus eigener Tasche zu zahlen und darüber hinaus rund 20 Prozent des Kaufpreises einzubringen. Der Grund ist nicht Prinzipienreiterei, sondern Hebel: Mit 20 Prozent Eigenkapital bewegst du das Fünffache deines Geldes, und ein Preisrückgang von 10 Prozent löscht bereits die Hälfte deines eingesetzten Kapitals. Je weniger Eigenkapital, desto härter schlägt jede Preisbewegung durch — nach oben wie nach unten.
Muss ich mein Haus 10 Jahre halten, wegen der Spekulationsfrist?
Bei einer selbst genutzten Immobilie in der Regel nicht. § 23 EStG nimmt sie ausdrücklich aus, wenn sie im Jahr des Verkaufs und in den beiden Jahren davor zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde — dann ist der Gewinn unabhängig von der Haltedauer steuerfrei. Die Zehnjahresfrist trifft vor allem vermietete Objekte. Was dich trotzdem zum Bleiben drängt, sind nicht die Steuern, sondern die Kaufnebenkosten, die erst wieder verdient werden müssen. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung — im Einzelfall prüfen lassen.
Warum ist das Eigenheim ein Klumpenrisiko?
Weil es für die meisten Haushalte der mit Abstand größte Vermögensposten wird — ein einzelnes Objekt, an einem einzigen Ort, häufig in derselben Region, in der auch der Arbeitsplatz liegt. Gerät die lokale Wirtschaft in Schieflage, können Immobilienwert und Einkommen gleichzeitig fallen. Genau diese Korrelation würde eine Bank in keinem Portfolio zulassen, ohne sie zu bepreisen. Das heißt nicht, dass Kaufen falsch ist — nur, dass man es bewusst tun sollte.
Sind Mieter in Deutschland finanziell schlechter dran?
Nicht automatisch, und die Zahlen sprechen gegen das Bauchgefühl. Deutschland hat mit rund 47 Prozent die niedrigste Wohneigentumsquote der EU, wo der Schnitt bei etwa 68 Prozent liegt. Mieten ist hier weder Ausnahme noch Scheitern, und der Mieterschutz ist vergleichsweise stark. Entscheidend ist, was mit der Differenz passiert: Wer mietet und das nicht gebundene Kapital konsequent anlegt, baut ebenfalls Vermögen auf — nur eben liquides. Wer die Differenz ausgibt, für den war die Kreditrate der erzwungene Sparplan.
Was kann dieser Rechner, was andere nicht können?
Er beantwortet beide Hälften. Die Geldfrage rechnen viele Rechner, meist ordentlich. Die zweite Hälfte lässt praktisch jeder aus: ob die Position überhaupt zu deinem Leben passt. Hebel, Liquidität, Klumpenrisiko, Haltedauer und das Zinsbindungsrisiko werden hier als Warnsystem angezeigt. Dazu kommen deutsche Besonderheiten — Grunderwerbsteuer je Bundesland, Kaufnebenkosten getrennt von Verkaufskosten, Restschuld am Ende der Zinsbindung. Und wir verkaufen nichts: keine Finanzierung, keine Vermittlung, keine Anmeldung.
Was dieses Werkzeug ist — und was nicht
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- Philipp Misura — Fast zwei Jahrzehnte in der Finanzbranche — erst in den Institutionen, dann als Berater. Mehr über Philipp →